Den Burg

 

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Den Burg

 

Die Anordnung der Straßen verleiht den Burg einen kleinstädtischen Charakter. 1356 hatte man begonnen, diese in grauer Vorzeit entstandene Siedlung mit einem Burgwall und einer Burggracht zu umgeben. Innerhalb des Walles entstand der innere Ring des Dorfes. Obwohl die Gracht 1902 zugeschüttet wurde und fast überall auf dem Wall Häuser gebaut wurden, sind Wall und Burggracht noch deutlich zu erkennen, insbesondere in der Gasse, die Burgwal heißt.

 

Um das Jahr 1300 war das Dorf De Westen das bedeutendste Dorf von Texel. Erst nach dem Niedergang dieses Dorfes wurde Den Burg das Verwaltungszentrum der Insel. Diese Rolle erfüllt es auch heute noch: Den Burg ist der Sitz des Gemeinderates von Texel und vieler anderer wichtiger Institutionen. U.a. gibt es dort eine Schule für den weiterführenden Unterricht (allgemeinbildender Unterricht der Mittel- und Oberstufe mit einem Gymnasialzweig und Berufsschulunterricht), ein Fremdenverkehrsbüro, Zweigstellen verschiedener Banken und eine Vielzahl von Geschäften.

Um das Jahr 1400 wurde die 'Hervormde Kerk' (evangelisch reformiert) an der Binnenburg auf einem aus Findlingen bestehenden Fundament einer romanischen Kirche erbaut. Während des georgischen Aufstandes am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche erheblich beschädigt, doch hat man sie gleich nach dem Krieg wiederhergestellt.

An der Molenstraat steht die römisch-katholische Kirche aus dem Jahre 1863, die Johannes dem Täufer gewidmet ist. Nach 1945 erhielt die Kirche zwie bleiverglaste Fenster. Auf einem der beiden ist ein Schiff zu sehen, das gerade Oudeschild verläßt. Es wurde aus Dankbarkeit für die Rückkehr der während des Krieges verschleppten texelschen Männer angebracht. Das zweite Fenster zeigt die Geburt, Verkündigung und Enthauptung von Johannes dem Täufer.

Zwischen den Häusern in der Koogerstraat befindet sich eine der typischen , 'verborgenen' Kirchen der Mennonietengemeinde, die auch 'Ermahnungen' genannt werden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg breitete sich Den Burg stark aus. In den Jahren vor dem Krieg wurden die Häuser vorwiegend in Zeilenbauweise entlang der bestehenden Straßen gebaut. In den Bauplänen der Nachkriegszeit wurden sie jedoch wieder ringförmig um das Zentrum angelegt.

Auch im alten Zentrum des Dorfes veränderte sich einiges. Während des Aufstandes der Georgier wurden außer der 'Hervormde Kerk' verschiedene Häuser und öffentliche Gebäude zerstört, wie zum Beispiel jene auf der Nordseite der Parkstraat, wo auch das Waisenhaus stand. Auch der Groeneplaats veränderte sich drastisch. Da, wo sich das damalige Hotel De Lindeboom befunden hatte, das den Platz besonders geprägt hatte, wurde die Rabobank erbaut. Gleichzeitig wurde das sogenannte Raaksie auf der Ostseite des Platzes abgerissen. Die Häuser und Geschäfte machten dem neu zu errichtenden Gemeindehaus Platz. Nach jahrelangen Vorbereitungen und Diskussionen über den Standort, wurde 1968 mit seinem Bau begonnen.


 

Jeden Montagmorgen findet in Den Burg ein Wochenmarkt statt. Früher war er vor allem ein Markt für Lämmer. Von allen Teilen der Insel kamen die Bauern mit Wagen voll Lämmern nach Den Burg, um sie dort zu verkaufen. Heutzutage werden die Verkaufsverhandlungen mit den Viehhändlern direkt auf den Höfen geführt. Es würde zu viel Geld und vor allem zu viel Zeit kosten, wollte man sein Vieh selbst auf dem Markt zum Kauf anbieten. Deshalb wird auf dem heutigen Markt nur noch mit Waren gehandelt.

Einmal pro Jahr aber läßt sich noch einmal die Atmosphäre der früheren Viehmärkte genießen, nämlich am 'Tag der Schafzucht', der am ersten Montag im September stattfindet. Die besten texelschen Zuchtbuchschafe werden dann zur Schau gestellt, wobei sich Züchter aus dem In- und Ausland um die Tiere drängen.
 

Quelle: "Texel - Bild einer Insel" - Herausgegeben vom VVV Texel.
Stadtplan-Quelle: VVV Texel.
Ansichtskarte: Privatbesitz Michael Malsy

 
 
Ich danke vorab für jede Zuschrift: michael.malsy@texelbungalow.de
Copyright © 1999 Michael Malsy
Stand: 17. January 2009