Den Hoorn
Dieses südlichste Dorf mit der markanten kleinen Kirche entstand 1398, nachdem die
Siedlung De Oude Hoorn während der Zwiste zwischen den 'Hoeksen' und den 'Kabeljauwen'
von den erstgenannten niedergebrannt worden war.

Das heutige Dorf wurde auf einem der eiszeitlichen Lehmhügel, dem Klif, gebaut. Es
lag auf der Südostseite der Insel direkt am Meer.
In jener Zeit waren die Bewohner für ihren Lebensunterhalt auf die Landwirtschaft,
die Viehzucht und ganz besonders auf die Fischerei angewiesen. Die Schafe der
'Dünenbauern' grasten in den weitläufigen Dünengebieten im Umkreis des Dorfes. Je mehr
Land eingepoldert wurde, um so wichtiger wurden Landwirtschaft und Viehzucht.
Im 17. und 18. Jahrhundert befuhren die niederländischen Handelsflotten die
Weltmeere, wodurch sich auch in Den Hoorn eine neue Erwerbsquelle auftat: das Lotsen von
Schiffen. Die große Bedeutung des Lotsenberufs mfür Texel ergibt sich aus der Tatsache,
daß 1781 in Oudeschild 122 Lotsen lebten, in Niewe Schild 45 und bei Den Hoorn 99. 1783
wurden bei Texel 1805 Schiffe gelotst. Diese Erwerbsquelle versiegte jedoch rasch, nachdem
der Nordhollandkanal (1819 - 1824) und der Nordseekanal (1865 - 1875) vollendet worden
waren. Überdies wurde Mitte des 19. Jahrhunderts für das Seegat von Texel ein
staatlicher Lotsendienst eingerichtet.
Heute zeugen nur noch der Name 'Loodmansduin' sowie einige Lotsenhäuser in der
Herenstraat von diesem für Den Hoorn einstmals so wichtigen Beruf
Einige Jahre nach dem Einstellen der privaten Lotsendienste fanden einige
Einwohner, u.a. die Den Hoorner, eine neue Lebensgrundlage: die Blumenzwiebelzucht. Da der
Wasserhaushalt zu jener Zeit noch nicht optimal war, eigneten sich zunächst nur die
höher gelegenen Böden entlang der Dünen bei Den Hoorn für die Zucht. Im Frühling
blühen auch heute noch auf weiten Blumenfeldern vor allem loderndgelbe Narzissen, für
deren Zucht die Bedingungen auf Texel besonders günstig sind.
Die 'Hervormde Kerk', die berühmte kleine weiße Kirche, wurde Anfang des 15.
Jahrhunderts erbaut, dort, wo zuvor eine kleine Kapelle aus Holz gestanden hatte, die 1409
abgerissen worden war. Die Kirche wurde 1425 fertiggestellt. Nach 25 jahren bekam sie
einen Turm, der später auch als Bake diente. Auch heute noch ist der Turm mit seinen drei
Scheinwerfern ein Orientierungszeichen für die Schifffahrt. Im 17. Jahrhundert wurde das
Chor abgerissen und durch eine einfache Mauer ersetzt. Die mit Mauerankern angezeigte
Jahreszahl 1646 erinnert noch heute daran.
Die Kirchturmglocke stammt aus dem 15. Jahrhundert. Im Zweiten Weltkrieg mußte sie den
deutschen Besatzungssoldaten überlassen werde, die sie mit 200 anderen Glocken
verschifften. Da aber der Kapitän sein Schiff bei Urk untergehen ließ, konnten alle
Glocken nach dem Krieg wieder geborgen werden.
Quelle: "Texel - Bild einer Insel"
- Herausgegeben vom VVV Texel.
Stadtplan-Quelle: VVV Texel.
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