Tierwelt

 

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Vogelwelt
Jac. P. Thijsse


Tierwelt von Texel

 

Vermutlich befanden sich etwa 800 n.Chr. rund um die eiszeitlichen Lehmhügel und insbesondere dort, wo sich heute das Wattenmeer und das Ijsselmeer erstrecken, weitläufige Moorlandschaften. Im Jahre 839 wird zum ersten Mal von Sturmfluten berichtet, die großen Schaden in diesem zwischen Texel (heutige Lage) und Friesland gelegenen Moorland anrichteten.

Texel ist bereits jahrhundertelang ein eigenständiges, vom Festland abgetrenntes Gebiet. Dadurch fehlen auf Texel verschiedene Tierarten, die in den restlichen Niederlanden heimisch sind. Eine ziemlich schmale Meerenge wie das Marsdiep stellt für einige Tiere bereits eine unüberwindliche Barriere dar.

Auf Texel kommen nur wenige Raubtierarten vor. Fuchs, Iltis, Wiesel, Dachs und Otter beispielsweise trifft man hier nicht an. Im Sommer des Jahres 1933 wurde in einer Reuse im Prins-HendrikPolder ein ertrunkener Otter gefunden. Dieses Tier hatte die Insel zwar schwimmend erreicht, seine Reise aber nicht überlebt. Auch Maulwürfe kommen auf Texel nicht vor. Es ist naheliegend, daß all diese Tiere erst so weit in den Norden vorgedrungen sind, als Texel bereits vom Festland abgetrennt war.

Die Kreuzkröte ist eine allgemeine Erscheinung auf Texel, wohingegen man die Erdkröte noch nie gesehen hat. Molche gibt es mehr als genug; das gilt auch für Grasfrösche und in geringerem Maße für Moorfrösche. Zauneidechse, Teichfrosch, Blindschleiche, Kreuzotter und Ringelnatter kommen nicht auf Texel vor.

Eine relativ schmale Wasserstraße kann selbst für manche Vogelarten ein unüberwindliches Hindernis darstellen. Zwar kommen auf Texel Fasane und Rebhühner vor, aber nur, weil man sie auf der Insel ausgesetzt hat. Der Fasan wurde Anfang dieses Jahrhunderts zu Jagdzwecken eingeführt, das Rebhuhn erst 1946. Bereits im 18. Jahrhundert wurde einmal der Versuch unternommen, Rebhühner anzusiedeln. Er scheint jedoch von Wilderem zum Scheitern gebracht worden zu sein.

Daß die meisten Süßwasserfischarten die Meerenge nicht überwinden konnten, liegt auf der Hand. Stichling, Plötze und Rotfeder sind zweifellos einheimische Arten. Hecht, Barsch und Brasse sind wahrscheinlich ausgesetzt worden. Sie kommen nur im Innern der Insel vor, mitunter auch in leicht brackigen Gewässern. Trotzdem ist es nicht ausgeschlossen, daß es früher mehr Süßwasserfischarten gegeben hat, daß diese aber wegen des bei Sturmfluten eindringenden Salzwassers verschwunden sind.

Im Wattenmeer kommen Garnelen, Miesmuscheln, Herzmuscheln und viele Fischarten vor. Manche bleiben ihr ganzes Leben lang hier; andere kommen nur ins Wattenmeer, weil es für sie die ideale Kinderstube ist. Sobald die Tiere erwachsen sind, wandern sie zurück in Richtung Nordsee, ihrer Geburtsstätte.

Der ,gewöhnliche' Seehund bewohnt die Gewässer und Sandbänke nordöstlich von Texel.
 

Quelle: "Texel - Bild einer Insel" - Herausgegeben vom VVV Texel.
 
 
Ich danke vorab für jede Zuschrift: michael.malsy@texelbungalow.de
Copyright © 1999 Michael Malsy
Stand: 17. January 2009