Ackerbau
Der Attraktivität der Insel in bezug auf Tourismus und Freizeiterholung
wird unablässig Aufmerksamkeit geschenkt. Häufig wird angenommen daß Texel fast
vollständig vom Tourismus abhängig ist. Er ist sicherlich ein sehr wichtiger Faktor, der
dazu beigetragen hat, daß Texel über eine gute Infrastruktur und viele Einrichtungen
verfügt. Und obwohl die Möglichkeiten für die Landwirtschaft und Fischerei durch
allerlei Maßnahmen im Zuge der Europäischen Union eingeschränkt werden, sind beide
Erwerbszweige nach wie vor von großer Bedeutung für die texelsche Wirtschaft.
Das Angesicht der texelschen Landschaft ist weitgehend von Aktivitäten
im Agrarbereich geprägt worden. Um das Weideland zu schützen, legte man kleine Deiche
an. Nachfolgende Generationen bauten Schafscheunen auf den mit Gartenwällen umsäumten
Weiden. Auch wenn die Flurbereinigung - die den Agrarbetrieben eine bessere
Betriebsführung ermöglichen sollte - ein schwerwiegender Eingriff in die Landschaft war,
so ist die ursprüngliche Landschaft doch noch an vielen Stellen zu erkennen. Die
texelsche Landschaft hatte lange Zeit einen offenen Charakter, entlang der Wege und bei
den Gehöften standen nur wenige Bäume und Sträucher. Im Zuge der Flurbereinigung
änderte sich das: Die Grundstücke und Höfe wurden bepflanzt. und an vielen Wegen wurden
Windschutzhecken angelegt.
Angaben des landwirtschaftlichen Informationsdienstes zufolge wird auf
Texel weniger als die Hälfte der Gesamtfläche von ca. 16.000 Hektar agrarisch genutzt.
Ca. 4.150 Hektar werden als Weideland genutzt, 3.650 Hektar für den Feldanbau und ca. 550
Hektar für die Blumenzwiebelzucht einschl. Gartenbau. Desweiteren gibt es ca. 25 Hektar
Obstgärten (1996).
Die wichtigsten, von texeilchen Landwirten angebauten Nutzpflanzen sind:
Saatkartoffeln, Kartoffeln für die industrielle Verarbeitung und Zuckerrüben. Weiter
werden auf der Insel Winter- und Sommerweizen, Winter- und Sommerroggen, Winter- und
Sommergerste, Hafer, Erbsen, Gras- und andere Samen angebaut. Die Zuckerrüben werden von
Qudeschild aus per Schiff zur Zuckerfabrik befördert.
Da auf Texel weniger Regen fällt als im Rest der Niederlande, die Sonne
häufiger scheint und es außerdem immer leicht weht, kommen hier nicht so viele
Pflanzenkrankheiten vor, wodurch nur relativ geringe Mengen an chemischen
Pflanzenschutzmitteln erforderlich sind.
Die fortschreitende Mechanisierung der Landwirtschaft hat dazu geführt,
daß die Zahl der in diesem Sektor tätigen Arbeitnehmer stark zurückgegangen ist. Doch
gibt es Lohnbetriebe, die auf Auftragsbasis arbeiten und den Landwirten gegen Bezahlung
moderne Maschinen einschl. Personal zur Verfügung stellen.
Überdies kann sich der Landwirt einem landwirtschaftlichen Dienstleistungsunternehmen
anschließen, das selbst Personal beschäftigt und im Krankheitsfall die Betriebsführung
übernimmt. Diese fachkundigen Leute können auch eingesetzt werden, wenn der Landwirt in Urlaub geht.
Für eine ausgewogene wirtschaftliche Entwicklung und die Sicherung von Arbeitsplätzen
ist es wichtig, daß die landwirtschaftliche Nutzfläche auf Texel erhalten bleibt.
Deshalb ist mit der Gemeindeverwaltung von Texel vereinbart worden, daß grundsätzlich
keine agrarisch wertvollen Flächen mehr für touristische Zwecke genutzt werden. Die
Kontrolle des Wasserstandes ist für eine gute Ausübung der Landwirtschaft äußerst
wichtig. Diese Aufgabe fällt der Wasserbehörde ,Hollands Kroon' zu, deren
Zuständigkeitsbereich sich auf Wieringermeer und Texel erstreckt. Seinerzeit hat die
damals noch selbständig operierende Wasserbehörde Texel verschiedene sehr weitreichende
Entscheidungen treffen müssen, wobei - angesichts der besonderen Schutzbedürftigkeit
einer Insel wie Texel - immer auch Aspekte des Umweltschutzes berücksichtigt werden
mußten. Als Beispiel wäre hier die Aufhöhung des Wattenmeerdeichs zu nennen. Man
achtete nicht nur auf die Sicherheit von Mensch und Tier, sondern machte bei der
Trassierung des neuen Deichs auch Zugeständnisse an die Natur und Landschaft.
Die Regulierung des Wasserstandes erfolgt mit Hilfe einer Stauanlage. Überschüssiges
Wasser wird von mehreren Pumpen ins Wattenmeer geleitet. Wenn Trockenheit herrscht - was
auf Texel fast immer im Frühling der Fall ist - kann der Wasserstand in den einzelnen
Poldern durch diese Stauanlagen auf dem gewünschten Niveau gehalten werden, während das
rasche Abfließen von überschüssigem Wasser durch völliges oder teilweises Öffnen der
Stauanlagen gefördert werden kann. Da es auf der Insel keine Möglichkeit gibt,
überschüssiges Wasser zu speichern, ist das Beregnen von Pflanzen in Zeiten von
Trockenheit im Prinzip nicht möglich. Nicht nur aus diesem Grund sind die texelschen
Landwirte gegenüber ihren Kollegen anderswo im Land in einer nachteiligen Position.
Trotz einer Reihe ungünstiger Faktoren, gelingt es ihnen aber, gute
Bodenerträge zu erzielen.
Gediegenes Fachwissen, moderne Maschinen, gute Unterrichtung durch die
landwirtschaftliche Beratungsstelle und die Bereitwilligkeit der texelschen Landwirte,
neue landwirtschaftliche Methoden in die Praxis umzusetzen, sind hierfür die
Grundvoraussetzungen.
Auf Texel wird in modernster Weise hochwertige Landwirtschaft betrieben.
Rund 700 Personen (1990) sind im Agrarsektor beschäftigt, was ca. 18 % der insgesamt auf
Texel vorhandenen Arbeitsplätze entspricht.
Quelle: "Texel - Bild einer Insel"
- Herausgegeben vom VVV Texel.
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